Aus den Kritiken
„Nach „Silikon" haben sich Regisseur Ingo Kerkhof und seine Mitstreiter in diesem Jahr zum zweiten Mal mit Texten von Gerardjan Rijnders beschäftigt. Dabei heraus gekommen ist „Shit Happens", entstanden aus Improvisationen und Auseinandersetzungen mit Fragmenten aus neun Rijnders-Stücken. Herausgekommen ist eine äusserst homogene Produktion, die wieder einmal das Lebensgefühl der Mittdreissiger unter die Lupe nimmt. Die Darsteller üben das „aus der Rolle Fallen", einer Disziplin, die sie nit beachtlicher Präzision beherrschen."

Berliner Zeitung

„Die Rijnderschen Figuren legen in diesem Gesellschaftsspiel ein eigenartige Doppelseitigkeit an den Tag. Um ihre unerträgliche Langeweile zu überwinden, reden sie wahnsinnig viel und geben sich extrovertiert. In ihren Konversationen brechen sie schamlos jedes Tabu und erhoffen sich davon irgendeinen Kick. Doch sie stehen rettungslos neben sich und wissen nicht, wie an sich selber heranzukommen wäre. Die Figuren schlingern am Rand der Neurose und bleiben doch immer nachvollziehbare Personen, die genauso gut unsere Nachbarn oder wir selbst sein könnten. Im knappen Erzählstil entfaltet Regisseur Ingo Kerkhof eine Serei konzentrierter Bilder: ein Tableau der Entblössungen."

Berliner Morgenpost

„Die Kerkhof Produktion beschäftigt sich in vielen ihrer Stücke mit dem stagnierenden Dasein einer Irgenwie-Mittdreissiger-Gesellschaft. Dabei spitzt sich das Dilemma von Stück zu Stück zu. In „Shit Happens" geht es darum, überhaupt noch etwas zu spüren. (...) Indem die Schauspieler diese emotionslose Ödnis realistisch nachstellen, werden sie selbst Teil dieser Welt. Darin liegt auch der reiz dieser Art Nicht-Theater. Man nähert sich der Wirklichkeit mit ihren eigenen Mitteln an und erzeugt dadurch ein Art Hyperrealität. Die Unterscheidung in Schauspieler und Figur fällt zunehmend schwerer.

Der Tagesspiegel