Aus den Kritiken
„Vinyl ist der Stoff, aus dem die Erinnerungen sind. Veraltet wie ihre Platten fühlen sich auch die Mittdreissiger in dem tragikomischen Stück der Kerkhof Produktion. Man hat sich nichts mehr zu sagen, blödelt herum, streitet, quält und erinnert sich: „Die Jugend war herrlich." Und heute? Öde Jobs, verlorene Träume, Einsamkeit. Jeder der sechs entblösst sich in einem Solo.

Das knistert wie zerkratztes Vinyl, wenn sie ihre Klagelieder leiern. Und doch strahlt es eine Wärme aus, die unserer Zeit abhanden gekommen scheint."

Der Tagesspiegel

„Die Kerkhof Produktion leistet jetzt im Theater am Halleschen Ufer einen Pionierbeitrag zur dramatischen Kartographie der Mittdreissiger. Man hat Karriere gemacht, hat eine Lebensideologie gefunden - die kann „Narzissmus" oder „Vegetarismus" heissen. Aber man bleibt doch allein mit sich unter lauter überflüssigen Menschen: „Als Auto wäre ich ein Golf - es gibt so viele davon." Die Form des Abends lehnt sich bei Tschechow an - Konflikte entstehen beiläufig aus dem Gerede und dorthin ziehen sie sich auch wieder zurück.
Unter der Regie von Ingo Kerkhof bewegt sich das hervorragende Ensemble zwischen Erzähltheater und Mitteln der Performance. Und wenn die Worte nicht mehr weiterhelfen, verraten die Tänzchen auf der Trauerfeier alles, was die Figuren mit ihrem Reden zu verbergen suchen."

Die Welt

„Eigentlich sind die schönsten Momente die, wenn ungetextet Stimmungen entstehen, sich entwickeln dürfen. Wie bei Esthers verzweifelten Striptease, dem Höhepunkt einer ganzen Reihe von Akten der Selbstentblössung.

„Vinyl" ist ein spannender Theaterabend: ihre Geschichten, ihre Witze, ihr gelebtes Leben bekommt doch tatsächlich so was wie Authentizität. Und ganz nebenbei verwischt Regisseur Ingo Kerkhof die Grenzen zwischen psychologischem Spiel, Performance und Improvisation."

TIP

„Die Sehnsucht dieser verlorenen Generation liegt bei alten Platten, Hits wie „Purple Rain" oder „The Logical Song" und wurde längst von der Gegenwart überholt. Zwei eindringliche Stunden mit überzeugenden Darstellern."

Berliner Morgenpost